Prozess-Automation für repetitive Arbeit

Alles, was jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat gleich abläuft, ist ein Kandidat für ein Script. Ich automatisiere die langweiligen Teile deines Arbeitstags, damit du und deine Leute wieder Zeit für die spannenden haben.

PythonNode.jsShellPowerShellCronn8nZapierMake

Was ein Script sparen kann

Die Rechnung ist simpel. Wenn jemand in deinem Betrieb zwei Stunden pro Monat damit verbringt, Daten aus einem System in ein anderes zu übertragen, dann sind das 24 Stunden im Jahr. Multipliziert mit einem Stundenverrechnungssatz und man landet schnell bei vier- oder fünfstelligen Beträgen, die jedes Jahr für Arbeit draufgehen, die eigentlich ein Computer erledigen könnte.

Noch schlimmer als der Zeitverlust ist der Konzentrationsverlust. Menschen, die repetitive Arbeit machen, machen Fehler. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil das Gehirn nach einer Stunde stupidem Datentippen abdriftet. Eine Automation macht keine Fehler aus Müdigkeit. Sie macht nur genau die Fehler, die man ihr einprogrammiert hat, und die lassen sich finden und fixen.

Welche Prozesse sich gut automatisieren lassen

Ein Prozess ist automatisierbar, wenn drei Dinge zutreffen:

  1. Er läuft nach klaren Regeln ab. Kein Bauchgefühl, keine komplexen Einzelfall-Entscheidungen.
  2. Die Daten liegen in einer Form vor, an die ein Computer herankommt. Excel, Datenbank, API, Dateisystem, alles gut. PDF ist schwieriger, aber oft machbar. Papierdokumente sind das andere Ende.
  3. Der Prozess wird mehrfach ausgeführt. Eine einmalige Datenbereinigung kann man auch per Hand machen. Etwas, was jeden Monat kommt, lohnt sich.

Typische Kandidaten, die ich oft sehe:

  • Monatliche Reports. Kennzahlen aus dem ERP ziehen, in Excel oder PDF aufbereiten, an drei Adressaten schicken. Täglich fünf Minuten, monatlich eine Stunde, vollständig automatisierbar.
  • Datenabgleich zwischen Systemen. Wenn keine API vorhanden ist und man nicht eine ganze Integration bauen will: oft reicht ein Script, das nachts läuft und die Daten aus System A als CSV exportiert, transformiert und in System B importiert.
  • Rechnungseingang. Eingehende Rechnungen als PDF per Mail, Betrag und Lieferantennummer extrahieren, ins ERP vorerfassen, den Originalbeleg ablegen. Spart deinem Treuhänder oder deiner Buchhaltung Stunden.
  • E-Mail-Klassifikation. Eingehende Anfragen automatisch nach Typ einsortieren und weiterleiten. Support-Anfragen, Bewerbungen, Bestellungen, Rechnungen, jede landet im richtigen Ordner oder System.
  • Stammdaten-Bereinigung. Dubletten finden, Feldformate vereinheitlichen, fehlende Werte ergänzen. Einmal laufen lassen, dann als Wartungsjob planen.

Was Automation nicht ist

Automation ist kein KI-Zauber. Wenn du mir erzählst, dass dein Script die Rechnungen “selbständig verstehen” soll, dann musst du mir auch erzählen, was “verstehen” konkret heisst. Ein Script entscheidet nach Regeln. Wenn die Regeln klar sind, läuft die Automation. Wenn sie unklar sind, dann musst du entweder die Regeln schärfen oder einen Menschen entscheiden lassen.

Es gibt Fälle, in denen KI-Modelle sinnvoll sind, zum Beispiel bei der Textklassifikation oder der OCR-Extraktion unstrukturierter Dokumente. Ich setze sie ein, wenn sie die Aufgabe messbar besser lösen, und ich sage dir transparent, wenn sie nicht die richtige Wahl sind. Manchmal ist eine Regex oder ein klassisches Lookup-Table einfach präziser und billiger als ein LLM.

Wie ich eine Automation baue

  1. Ich beobachte den manuellen Prozess. Entweder zeigst du ihn mir, oder die Person, die ihn heute macht. Ich will sehen, was wirklich passiert, nicht was in der Prozessbeschreibung steht. Die beiden stimmen selten überein.
  2. Ich schreibe die Regeln auf. Nicht als Flussdiagramm für die Wand, sondern als ausführbare Beschreibung. Wenn das Dokument nicht zusammenpasst mit dem, was dein Team macht, finden wir die Abweichungen früh.
  3. Ich baue einen ersten Durchlauf. Der läuft zuerst nur im Trockenmodus: er liest Daten, transformiert sie, zeigt mir und dir, was er tun würde, schreibt aber noch nichts zurück. So sehen wir Fehler, bevor sie in deinem ERP landen.
  4. Wir schalten scharf, aber überwacht. Der Job läuft produktiv, aber jeder Durchlauf wird protokolliert. Wenn etwas Ungewöhnliches passiert, bekommst du eine Benachrichtigung.
  5. Wir reduzieren die Überwachung. Nach ein paar Wochen stabiler Läufe ziehe ich die Kontrollen zurück auf das Notwendige: nur noch Benachrichtigung bei Fehlern, nicht mehr bei jedem normalen Durchlauf.

Wohin die Automation läuft

Das hängt vom Fall ab. Für einfache wiederkehrende Jobs reicht oft ein Cron auf einem bestehenden Server oder ein Windows-Task. Für etwas Komplexeres mit Weboberfläche nehme ich gern n8n, ein Open-Source-Tool für Workflow-Automation, das man selber hosten kann und nicht an einen SaaS-Anbieter bindet. Wenn Make oder Zapier bereits im Einsatz sind und sich der Fall darin sauber abbilden lässt, nutze ich auch die.

Die Wahl ist nie dogmatisch. Wichtig ist, dass die Automation robust läuft, dass du sie verstehst und dass sie nicht plötzlich weg ist, wenn ein Dienstleister den Stecker zieht.

Wann du mich kontaktieren solltest

  • Es gibt in deinem Betrieb eine monatliche Routinearbeit, die dich oder deine Leute ärgert
  • Du hast schon mal versucht, etwas mit Zapier zu automatisieren, bist aber an einer Stelle hängen geblieben
  • Ein Prozess läuft, aber fehleranfällig, und du willst ihn stabiler machen
  • Du willst vor einem Wachstumsschritt wissen, welche Arbeiten sich vor dem Hiring von mehr Leuten lieber automatisieren lassen